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Hashimoto – Symptome, Folgen, Ernährung, Behandlung

Viele Frauen und Männer sind von Hashimoto betroffen. Am häufigsten tritt die Krankheit bei Frauen im Alter zwischen 30 und 60 Jahren auf. Wobei natürlich auch Männer sowie deutlich jüngere oder ältere Personen betroffen sein könne. In Österreich liegt die Häufigkeit bei ca. 10–15 %. Hier erfahren Sie wichtige Informationen zur Krankheit, dem Krankheitsbild sowie zu den Behandlungsmöglichkeiten.

Was ist Hashimoto?

Hashimoto ist eine Autoimmunerkrankung. Sie zerstört mit der Zeit das Schilddrüsengewebe durch Entzündungsprozesse. Die Ursache hierfür sind Auto-Antikörper wie die TPO-AK (Thyroidperoxidase-Antikörper) und die TG-AK (Thyreoglobulin-Antikörper). Durch diese chronische Entzündung kommt es in vielen Fällen zu einer Unterfunktion der Schilddrüse. In seltenen Fällen kann es auch vorübergehend zu einer Überfunktion kommen. Eine Vielzahl von körperlichen und psychischen Problemen kann die Folge sein. Die Höhe dieser Auto-Antikörper korreliert gut mit dem Ausmaß der Beschwerden der Betroffenen.

Warum leide ich an Hashimoto?

Als Ursache für einen Hashimoto ist vor allem eine genetische Veranlagung zu nennen. Dementsprechend sieht man oft eine familiäre Häufung und es sind mehrere Familienmitglieder betroffen. Zusätzlich zu diesen genetischen Faktoren spielen in der Entstehung des Hashimoto auch eine Vielzahl von Umweltfaktoren eine Rolle. So wird häufig Stress als auslösender Faktor genannt. Aber auch Veränderungen des Darmmikrobioms und Unter- oder Überernährung können Hashimoto begünstigen. Andere Faktoren wie Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Jodmangel oder Jodexzess, Selenmangel, eine unzureichende Vitamin D-Zufuhr oder Medikamente können einen Einfluss haben.

Behandlung von Hashimoto

Wenn die Schilddrüsenfunktion normal ist, muss ein Hashimoto nicht behandelt werden. Regelmäßige Kontrollen (Blutabnahme und Ultraschall) sind jedenfalls erforderlich. Wenn eine leichte Unterfunktion vorliegt, kann in manchen Fällen vor Einleitung einer Therapie abgewartet werden. Wenn jedoch die freien Schilddrüsen erniedrigt sind (manifeste Unterfunktion) oder Kinderwunsch besteht, muss eine Behandlung mit Schilddrüsenhormonen erfolgen.

Die Folgen von Hashimoto

Betroffene leiden häufig an Stimmungsschwankungen, depressiver Verstimmung, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, „brain fog“, Gewichtsveränderungen, Verdauungsproblemen und Problemen mit Haut und Nägeln.

Ernährung beim Hashimoto

Eine diätetische Therapie des Hashimoto hat in letzter Zeit zunehmende Aufmerksamkeit erhalten. Eine ausgewogene Ernährung und eine Diät, die Entzündungsprozesse günstig beeinflusst, kann das Immunsystem regulieren. So zeigten verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen, dass Mangelzustände bei Patientinnen und Patienten mit Hashimoto häufig sind. Ein Mangel an Selen, Kalium, Jod, Kupfer, Magnesium, Zink, Eisen und der Vitamine A, C, D und B könnte eine Rolle spielen. Eine adäquate Zufuhr von Proteinen, Ballaststoffen und ungesättigten Fettsäuren scheint sich ebenfalls günstig auszuwirken. Auch eine mögliche Laktoseintoleranz sollte ausgeschlossen werden.

Kann Hashimoto Übergewicht verursachen?

Beim Hashimoto kommt es häufig zu einer Unterfunktion der Schilddrüse. Durch diese Unterfunktion sinkt der Grundumsatz. In weiterer Folge kommt es häufig zu einer Gewichtszunahme. Vermehrte körperliche Aktivität, Ausdauer- und Krafttraining können diesen Grundumsatz steigern und eine Gewichtsreduktion ermöglichen. Daher sind diese Aktivitäten überaus sinnvoll.

Rolle der Vitamine und Spurenelemente beim Hashimoto

Eisen:
Ein Eisenmangel ist häufig bei Hashimoto. Unbehandelt kann dieser zu einem Mangel an roten Blutkörperchen (Anämie) führen. Der Eisenmangel per se hat auch einen ungünstigen Einfluss auf die Produktion von Schilddrüsenhormonen. Dadurch kann es zu einer Unterfunktion kommen. Somit kann eine Eisenmangelanämie zur Entwicklung einer Schilddrüsendysfunktion beitragen. Umgekehrt kann eine ausreichende Eisenzufuhr die Schilddrüsenfunktion verbessern.

Zink:
Zink ist wichtig für die Produktion von Schilddrüsenhormonen.
Ein Zinkmangel kann zur Schilddrüsendysfunktion und erhöhten Autoantikörpern führen. Charakteristisch ist auch vermehrter Haarausfall. Ein Ausgleich des Zinkmangels kann bei Hashimoto-Patientinnen und -Patienten die Schilddrüsenfunktion verbessern. Gute Quellen für Zink sind Kürbiskerne, Leinsamen, Vollkornprodukte, Hirse und Buchweizen.

Jod:
Jod ist vor allem für die Schilddrüsenfunktion besonders wichtig.
Während der Schwangerschaft spielt Jod eine bedeutende Rolle bei der Gehirnentwicklung des Babys. Erwachsene sollten 150 µg Jod pro Tag zuführen, Schwangere sogar 250 µg pro Tag. Ein Jodmangel kann eine vergrößerte Schilddrüse (Struma oder Kropf) sowie eine Unterfunktion verursachen. Umgekehrt kann auch eine übermäßige Jodzufuhr (>1 mg/Tag) schädlich sein. In den meisten Fällen ist der Konsum von jodiertem Speisesalz ausreichend. Vor allem bei Kinderwunsch oder Schwangerschaft sollten zusätzlich Jodsupplemente eingenommen werden. Auch im Falle eines Morbus Basedow ist eine Jodkarenz – das heißt das völlige Meiden von Jod sowie der Gebrauch von unjodiertem Speisesalz – nicht mehr empfohlen.

Magnesium:
Ein Magnesiummangel gehört weltweit zu den häufigsten Mangelzuständen. Magnesium hat einen günstigen Einfluss auf das Immunsystem. Es kann die Höhe der Autoantikörper bei Hashimoto reduzieren. Ein ausgeprägter Magnesiummangel kann das Risiko für einen Hashimoto erhöhten und zu ausgeprägteren Symptomen führen. Magnesium ist z. B. in Brokkoli, Vollkornbrot, Naturreis, Hülsenfrüchten, Nüssen, Kartoffeln und Sonnenblumenkernen enthalten.

Selen:
Ein Mangel an Selen kann das Risiko für Autoimmunerkrankungen wie beispielsweise Hashimoto erhöhen.
Aber auch eine übermäßige Zufuhr von Selen kann schädlich sein und das Risiko für einen Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen erhöhen. Die optimale Selenkonzentration im Blut scheint zwischen 60 und 140 µg/l zu liegen. Eine ausreichende Selenzufuhr über die Ernährung scheint somit günstig für Patientinnen und Patienten mit Hashimoto zu sein. Hefe enthält viel Selen. Diese wird aber meist nur in geringen Mengen konsumiert. Wichtige Selenquellen sind Fleisch, Fisch, Innereien und möglichst unverarbeitete Getreideprodukte. Öliger Fisch und Meeresfrüchte sind ebenfalls ratsam, auch aufgrund des hohen Vitamin D-Gehalts.

Vitamin D:
Der Vitamin D-Mangel ist häufig bei Menschen mit Autoimmunerkrankungen. Es gibt Hinweise, dass sich die Einnahme von Vitamin D günstig auf die Schilddrüsenfunktion und die Höhe der Antikörper auswirkt. So konnte gezeigt werden, dass ein Anstieg des Vitamin D-Spiegels um 5 ng/ml das Risiko für eine Unterfunktion um 20% reduziert. Vitamin D kann einerseits im Körper durch Sonnenlicht selbst gebildet werden. Andererseits lässt es sich über die Ernährung oder durch Supplemente zuführen. Gute Vitamin D-Quellen sind Pilze und fettreicher Fisch wie Sardinen, Lachs oder Kabeljau.

Mikrobiom

Auch Veränderungen des Darmmikrobioms werden häufig bei Menschen mit Hashimoto beobachtet. Um die Qualität des Mikrobioms zu verbessern, sollten folgende Regeln beachtet werden:

  • Fette: Gesättigte Fette haben einen ungünstigen Einfluss auf das Mikrobiom wohingegen ungesättigte Fette einen positiven Effekt haben.
  • Verarbeitungsgrad der Nahrungsmittel: Die Zufuhr von möglichst unverarbeiteten Produkten wird angeraten. So haben z. B. Vollkornprodukte einen hohen Ballaststoffanteil, was sich günstig auf das Mikrobiom auswirkt.
  • Vermehrte Zufuhr von sekundären Stoffwechselprodukten von Pflanzen: Kakao, Honig, Obst, Gemüse
  • Omega 3-Fettsäuren: Konsum von fettreichem Fisch 1-2x/Woche
  • Ballaststoffe: Eine Zufuhr von 25 g/Tag wird empfohlen.

Laktoseintoleranz

Die Laktoseintoleranz ist bei Hashimoto sehr häufig. Manche Untersuchung zeigen, dass bis zu 80 % aller Menschen mit Hashimoto an Laktoseintoleranz leiden. Im Falle einer Laktoseintoleranz kann das Weglassen von laktosehältigen Produkten und die Umstellung auf laktosefreie Milch- und Milchprodukte zu einer deutlichen Verbesserung der Symptome führen.

Unerfüllter Kinderwunsch

Jedes 6. Paar in Österreich bleibt ungewollt kinderlos. Die Ursachen hierfür sind vielfältig, eine große Rolle spielt die Tatsache, dass sich der Kinderwunsch in immer spätere Lebensphasen verschiebt. Auch Schilddrüsenprobleme sind häufig und können unbehandelt ernste Folgen für die werdende Mama und ihr Baby haben. Daher sollte bei Kinderwunsch eine umfassende internistische Abklärung mit Fokus auf die Hormone, den Stoffwechsel und den Lebensstil erfolgen.

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